Matinée vom 10. November 2018: Leben retten - jede Minute zählt

 

So kann man Leben retten

 

Bei einem Herzkreislauf-Ereignis herrscht höchste Alarmstufe. Was wie tun? Dies war das Thema einer Veranstaltung, zu der der Seniorenrat und die Samariter geladen hatten.

 

Eine Person liegt am Boden und reagiert nicht mehr. Ein solches Ereignis verlangt von den Beteiligten schnelles Handeln. Oft aber wissen diese nicht, wie vorzugehen ist. Oder aus Angst, etwas falsch zu machen, zögern sie oder tun gar nichts. Letzteres sei das Falscheste, wird der Referent Dr. med. Svend Capol später erklären. Seine einführenden Gedanken stellten drei Fragen zum Thema Herzkreislauf-Ereignisse ins Zentrum: "Was kommt wie oft vor?", "Was geschieht genau?" und "Was soll man tun?". Dabei sorgte er für den einen oder anderen Aha-Effekt. Zum Beispiel als er erklärte, dass der Herztod bei Männern wie bei Frauen im Langzeitvergleich zwar abnehmend sind, die Frauen jedoch mehr Sterbefälle aufweisen. Wer hätte das gedacht! Oder als er einen Vergleich über die Wahrscheinlichkeit anstellte und ein sehr seltener ausserordentlicher Sterbefall mit einem solchen auf der Strasse (Autobahn) verglich. Um aufzuzeigen, dass man dasselbe je nach Situation ganz anders wahrnehme und mit Risiken ganz unterschiedlich umgehe.

 

Bezüglich Chancen bei einem Herzkreislauf-Ereignis meinte Capol, wir als Beteiligte hätten diese und müssten sie nützen. "Sofort handeln" ist denn auch sein Credo. Dabei machte er deutlich, dass in den ersten drei Minuten gute Chancen bestünden, 70% der Fälle zu retten. Mit jeder weiteren Minuten gingen 10% weg, nach fünf Mintuten seien es noch 50% und nach 10 Minuten könne man nur noch hoffen, dass die Uhr still stehe. Schliesslich ermutigte er die Anwesenden, in jedem Fall zu agieren, auch wenn Handlungen nicht korrekt ausgeführt würden. Viel schlimmer sei es, nichts zu tun. Danach erklärte der Arzt, was bei einem Herzkreislauf-Ereignis passiert und wies auf die Risikofaktoren sowie die Symptome hin. Abschliessend befasste er sich mit dem Thema Prävention und rief dazu auf, in eigener Sach entsprechend vorzubeuen. Was die Hilfe im Notfall angeht, betonte er die Bereitschaft, zu lernen und zu üben. Zudem ermunterte er die Anwesenden: "Habt keine Angst im Ernstfall zu helfen. Spätestens ab heute Mittag werdet Ihr in der Lage sein, zu agieren, zu alarmieren und zuzupacken - nur tun müssen Sie es!"

 

Vortrag Dr. med. Svend Capol

 

Praktisches Arbeiten

Die zweite Referentin, Corina Thoma, Pflegefrachfrau und Samariterlehrerin, sprach über die Basismassnahmen einer Reanimation zur Sicherung der lebenswichtigen Funktionen im Rahmen der Ersten Hilfe (Basic Life Support). Sie erklärte den Ablauf einer Wiederbelebung, das Durchführen einer Herzdruckmassage (Thoraxkompression) sowie die ergänzende Beatmung und wies darauf hin, auf was zu achten sei. Zudem erläuterte die Instruktorin Funktion, Anwendung und Zubehör eines automatisierten externen Defibillators (AED). Anschiessend rief sie ins Publikum: "Jetzt geht es an die Arbeit!". Daraufhin konnte dieses an verschiedenen Erste-Hilfe-Stationen unter Betreuung durch Samariterinnen mit Trainings-Puppen und -Defibrillatoren die Grundfertigkeiten einer Reanimation wie die Herzdruckmassage, das Beatmen und das Defibrilieren mittels AED ausprobieren. Diese Gelegenheiten wurde von den Besuchenden intensiv genutzt ebenso wie die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

Gemeinderätin Susan Staub zeigte sich erfreut über den gelungenen Anlass. Sie dankte den beiden Referenten sowie den Samariterinnen für ihr engagiertes Mitwirken, dem organisierenden Seniorenrat für die exzellente Durchführung der Veranstaltung sowie weiteren Mitwirkenden für ihre Unterstützung. Danach lud sie die Anwesenden zu einem Apéro ein.

 

Für den Seniorenrat Menzingen

Max Mahlstein

 

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