Portrait-Photo: Christa de Carouge – la Grande Dame en Noir (Foto Kunsthaus Zug)
Portrait-Photo: Christa de Carouge – la Grande Dame en Noir (Foto Kunsthaus Zug)

 

„Gwundrig“ auf Christa de Carouge         

 

SENIORENRAT / PETER HODEL  Christa de Carouge (81) fand über die Grafik zur Mode. Schwarze wallende Kleider sind ihr Markenzeichen. Heute installiert sie diese als Kunstwerke. Der SeniorenRat lädt Interessierte zu einer persönlichen Begegnung mit der Modedesignerin ein.

Schwarz. Streng und zeitlos. Weite Hosen und Tuniken. Ihre Kleider mag man, oder eben nicht. Christa de Carouge – eine schillernde Erscheinung. Die kompromisslose «dame en noir» hat sich nie um Mode(n) gekümmert. Ihre fliessenden Hüllen scherten sich nicht um Trends. «Meine Kleidungsstücke zieht man nicht an, man wohnt darin», sagt die Designerin gern.

Sie schrieb Modegeschichte

Christa Furrer mit bürgerlichem Namen, besuchte die Kunstgewerbeschule und wurde Grafikerin. 1978 richtete sie im Genfer Vorort Carouge eine Boutique ein. Bald schon konzentrierte sie sich auf eigene Entwürfe. Und nannte sich fortan Christa de Carouge. Mit ihren schwarzen, wallenden Gewändern schrieb sie als eine der wenigen Schweizerinnen auch über die Landesgrenzen hinaus Modegeschichte, wobei sie ihre Arbeiten gar nicht also «Mode», sondern als Ausdruck einer Lebenshaltung versteht.

 

Das Ende wurde zum Neuanfang

1988 entschied sie sich, ein Atelier in Zürich zu eröffnen. In der Mühle Tiefenbrunnen fand sie den perfekten Ort, ihre Kreativität auszuleben. 2013 war Schluss. Was nun … Ruhestand, Rückzug, Pflege des Seins? Im Gegenteil: Das Alter als neue kreative Chance nutzen und «Hinterkopf»-Projekte anpacken. Zum Beispiel dasjenige im Kunsthaus Zug.

 

Textile Kunst

Im November sind die Räume des Kunsthauses Zug wohl in Schwarz anzutreffen: Christa de Carouge ist zu Gast. In der letzten Ausstellung des Jahres wird sie das gesamte Kunsthaus «bespielen» mit Stoffen, Kleidern, Objekten, Fotos, Entwürfen, Gegenständen ihres Lebens, mit Klang und Film und so das Kunsthaus auf Zeit in «ihr Haus» verwandeln.

 

Mit 9x9 Jahren gibt sie damit ihrer alten Berufung eine neue Dimension und widmet sich einer Retrospektive der besonderen Art. Sie pickt Höhepunkte ihres jahrzehntelangen Schaffens heraus, nimmt also sozusagen Vergangenes, um es  neu zu interpretieren und zusammen mit Neuem in einen Gesamtkontext ihres vielfältigen langen Wirkens zu stellen. Die Möglichkeit, im Kunsthaus Zug eine solche, für sie völlig neuartige Ausstellung machen zu können, bezeichnet sie selber als Höhepunkt und Abschluss ihrer beruflichen Tätigkeit.

Der SeniorenRat möchte damit gleichsam auch seine Grenzen sprengen, der Kunst und der Altersweisheit ein Tor öffnen  und darin Verborgenes sichtbar machen. Dazu lädt er Interessierte von jung bis alt ein, die für Aussergewöhnliches «gwundrig» sind, in diese textile Welt der Kunst einzutauchen, die Ausstellung geführt zu besuchen und Christa de Carouge persönlich zu begegnen.

 

Was dürfen Sie erwarten?

Es ist die Zeitreise einer grossen Begabung und Begeisterung für Farben und Formen, Struktur und Muster, für Körper, Raum und Zeit und für Kulturen, die uns einlädt, unsere fünf Sinne und den Geist  im wahrsten Sinne des Wortes zu aktivieren. Statt «Betreten verboten» lesen wir hier «bitte berühren». Aus einer lapidaren Ausstellung wird somit etwas ganz anderes: Anfassen, Betasten, Einkuscheln, Umhängen, Anziehen, Bekleiden, Vergleichen.

Begegnung in  zwei Akten

Akt 1 / Donnerstag, 18.1.2018, 14.00 – 17.00 Uhr, Gemeinsamer Besuch der Ausstellung: Führung mit dem Direktor und Kurator des Kunsthauses Zug, Dr. Matthias Haldemann. Wir lassen uns auf Sehen und Beobachten, Tasten und Anfassen, Bekleiden und Umwickeln ein.

 

Akt 2 / Montag, 22.1.2018, 18.00 – 21.00 Uhr, Begegnung mit Christa de Carouge: Sie kommt exklusiv für uns ins Kunsthaus Zug und gibt uns Einblick in ihr Schaffen, in ihre Geschichte. Wir diskutieren und philosophieren darüber, stellen die Fragen, die wir aus dem Ausstellungsbesuch auf der Zunge haben und erhalten bestimmt ungewohnte Antworten. Wir befassen uns aber auch körperlich mit ihren Arbeiten, ganz nach dem Motto: «Kleider machen Leute».

Anmeldung unter altermenzingen.ch, alter@menzingen.ch oder über das Sekretariat Soziales und Gesundheit, Telefon 041 757 22 30, notwendig. Detaillierte Informationen erhalten alle Haushalte mit einem Flyer im November 2017.  

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